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Massnahmen zur Verhinderung der Einschleppung der Vogelgrippe

Erstellt von Sibylle Meier | |   Schaffhausen

 

Bereits seit Oktober 2020 werden in Europa zahlreiche an hochpathogener Aviärer Influenza (HPAI) des Subtyps H5 verstorbene Wildvögel gemeldet. Die benachbarten deuschen Landkreise haben aufgrund von Feststellungen der Seuche bei Wildvögeln die Stallhaltungspflicht für Geflügel angeordnet.

 

Mit Einträgen in die Schweiz muss jederzeit gerechnet werden. Das Bundesamt für Lebensmitteilsicherheit und Veterinärwesen (BLV) verordnet nun Kontroll- und Beobachtungsgebiete und der Kantonstierarzt verfügt die erforderlichen Massnahmen für das Kontrollgebiet, welche ab Montag, 25. Januar für fast das ganze Kantonsgebiet Schaffhausen gelten. Das Vogelgrippe-Virus wurde in den letzten Wochen bei vielen toten Wildvögeln entlang der Vogelzugrouten festgestellt. Die gefundenen Virustypen sind für den Menschen nicht ansteckend. Aufgrund der bekannten hohen Mutationsrate der Influenza-Viren ist ein Kontakt des Menschen mit dem Virus trotzdem zu vermeiden. Eine Ansteckung von Hausgeflügel hätte je-doch weitreichende wirtschaftliche Folgen und würde einschneidende Massnahmen erfordern. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine grössere, gewerbsmässige Geflügelhaltung oder eine kleine Hobbyhaltung von einigen wenigen Hühnern, Gänsen oder Enten, betroffen ist. Am 21. Dezember 2020 konnte das Virus bei Wildvögeln zum ersten Mal in unmittelbarer Nähe zur Schweiz nachgewiesen werden. Am 29. Dezember 2020 erfolgte der Nachweis bei einem toten Schwan bei Konstanz und am 20. Januar 2021 bei einer Rabenkrähe bei Radolfzell. Zum Schutz des Geflügels hat das BLV nun in einer Verordnung Kontroll- und Beobachtungsgebiete definiert. Der Kanton Schaffhausen inklusive der Gemeinde Büsingen, aber mit Ausnahme der Gemeinden Buchberg und Rüdlingen, zählt zum Kontrollgebiet. Der Kantonstierarzt hat in einer Allgemeinverfügung die Massnahmen festgelegt, welche alle Geflügelhalter im Kontrollgebiet einhalten müssen. Wichtig ist, den Kontakt des Hausgeflügels mit Wildvögeln zu verhindern. Deshalb dürfen Futter- und Tränkestellen für Wildvögel nicht zugänglich sein. Das heisst, das Geflügel muss im Stall gefüttert und getränkt werden. Auslaufflächen müssen mit Netzen gegen Wildvögel ge-schützt werden. Eine besondere Herausforderung stellt die Abschirmung von Wasserbecken gegen Wildvögel dar. Das Anbieten solcher Schwimmgelegenheiten ist für Wasservögel vorge-schrieben. Um keine Viren in den Geflügelbestand einzuschleppen, müssen Geflügelhalter zu-dem Hygienemassnahmen wie separate Kleider und Schuhe sowie Reinigung und Desinfektion der Gerätschaften einhalten. Alle Halterinnen und Halter von Geflügel (in Gefangenschaft gehaltene Hühnervögel, inklusive Wachteln, Gänsevögel, inklusive Enten und Laufvögel) erhalten in den nächsten Tagen ein Informationsschreiben des Veterinäramtes. Geflügelhalter, die kein Schreiben erhalten, sind nicht korrekt beim Landwirtschaftsamt gemeldet und müssen dies umgehend nachholen. Auch klei-ne Geflügelhaltungen mit nur zwei Hühnern sind gemäss Tierseuchenverordnung zu registrieren. Personen, welche tote Vögel finden, sollen diese nicht berühren, sondern den Fund der Polizei melden. Diese wird die Bergung der Kadaver und die allfällige Untersuchung veranlassen. Untersucht werden insbesondere tote Wasservögel, Greifvögel und Funde von mehreren toten Vögeln an der gleichen Stelle. Geflügelprodukte wie Pouletfleisch und Eier können nach wie vor ohne Bedenken konsumiert werden. Das Veterinäramt bittet die Geflügelhalter, die Massnahmen konsequent umzusetzen und so einen Eintrag der Krankheit in den Hausgeflügelbestand zu vermeiden, und bedankt sich für die Unterstützung bei der Bekämpfung der Vogelgrippe. (eg)

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